Leitfaden

KI-Regulierung: Was tut die Schweiz?

In der Schweiz wird immer mehr über Regulierungen rund um KI gesprochen. In diesem Leitfaden beleuchten wir die aktuellen politischen Entwicklungen.

Grafik: Beate Autering
Angela Müller
Dr. Angela Müller
Geschäftsleiterin AlgorithmWatch CH | Gesellschafterin AlgorithmWatch
Estelle Pannatier
Senior Policy Managerin

Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) werden immer mehr eingesetzt. International wird der Regulierungsbedarf in Bezug auf KI anerkannt. In der Schweiz befindet sich der Regulierungsprozess noch in den Anfängen.

Warum braucht die Schweiz Regulierungen rund um KI?

Die Entwicklung und der Einsatz von algorithmischen und KI-basierten Systemen wirken sich schon heute und tatsächlich auf Mensch und Gesellschaft aus – und damit auf Bedingungen der Demokratie: auf Grundrechte, Gleichbehandlung und Minderheitenschutz genauso wie auf die Bildung, die öffentliche Debatte und Meinungsbildung oder gesellschaftliche Machtverteilungen. Wenn wir dafür sorgen wollen, dass Algorithmen und KI uns allen zugutekommen, haben wir die Verantwortung, uns der gesellschaftlichen Herausforderungen, mit denen sie einhergehen, ernsthaft anzunehmen.

Auf EU und internationaler Ebene wurden entsprechende Regulierungen eingeführt. Die KI-Verordnung der EU (AI Act) tut dies, indem sie die Produktsicherheit von KI-Systemen bewertet, um dadurch Gesundheit, Sicherheit und Grundrechte zu schützen. Der Digital Services Act der EU befasst sich mit den Risiken von auf Algorithmen basierenden Plattformen für einzelne Nutzende und die Gesellschaft als Ganzes. Die KI-Konvention des Europarates legt Grundsätze fest, um Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Umgang mit KI zu gewährleisten.

Und in der Schweiz? Die meisten Regulierungen finden sektoriell statt, ohne dass eine Gesamtvision vorliegt, wie wir als Gesellschaft gedenken, mit dieser Technologie umzugehen, welche Ziele wir uns setzen und wie wir die Rahmenbedingungen gestalten wollen. Entsprechend ist auch eine kohärente, umfassende und weitsichtige strategische Vorgehensweise nicht erkennbar. Im Umgang mit Algorithmen und KI befinden wir uns nicht in einer rechtsfreien Zone: Die bestehenden Normen und Gesetze, wie etwa der Datenschutz, der Diskriminierungsschutz, der Persönlichkeitsschutz, das Verwaltungsrecht oder das Strafrecht, gelten auch im digitalen Bereich, online oder bei automatisierten Entscheiden. Einerseits geht es also darum, dass bestehende Gesetze so ausgelegt und angewendet werden, dass sie auch dann verlässlich schützen. Andererseits stellen uns Algorithmen und KI vor neue Herausforderungen, die mit den bestehenden Gesetzen schlecht abgedeckt sind. Hier geht es darum, die gesetzlichen Leitplanken weiterzuentwickeln.

Der Bundesrat hat die Notwendigkeit erkannt, KI zu regulieren, unter anderem um die Grundrechte zu schützen, und bereitet entsprechende Gesetzesentwürfe vor. Die Auswirkungen von Algorithmen auf die Demokratie sollen durch den Gesetzesvorschlag zur Regulierung von Social Media und Suchmaschinen (Plattformregulierung) angegangen werden, der nach langer Verzögerung im Oktober 2025 veröffentlicht wurde. Bestimmte Aspekte, wie die Nachhaltigkeit von KI oder die Konzentration von Markt- und Meinungsmacht bei den grossen KI-Unternehmen, bleiben bei den Regulierungen bisher jedoch unberücksichtigt.

Was sind die aktuellen politischen Entwicklungen?

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