
Bericht
Der KI-Klimaschwindel: Hinter den Kulissen des Big-Tech-Greenwashings
Technologieunternehmen behaupten, dass KI helfen wird, die Probleme des Klimawandels zu lösen. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass solche Behauptungen nicht auf glaubwürdigen und belegbaren Daten beruhen. Ganz im Gegenteil sind die Beweise für nennenswerte positive Klimaauswirkungen durch KI schwach, während die erheblichen Klimaschäden klar belegt sind.

Innerhalb kürzester Zeit ist eine neue umweltschädliche Schwerindustrie entstanden. Die rasante Verbreitung von Rechenzentren – vorangetrieben durch Technologien, die als «Künstliche Intelligenz» (KI) vermarktet werden – ist zu einer hoffnungsvollen Aussicht für die fossile Brennstoffindustrie geworden. Dieser schädliche Trend wird damit gerechtfertigt, dass «KI» diese Verfehlungen letztendlich wiedergutmachen wird, indem sie unter dem Strich einen Nutzen für den Klimaschutz bringt.
Unser Bericht1 untersucht erstmals, ob solche Behauptungen stichhaltig sind, indem er die unterschiedlichen Arten von KI benennt, auf die sich die Behauptungen beziehen, und die Aussagekraft der angeführten Belege bewertet. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Klimaauswirkungen energiehungriger generativer KI durch verallgemeinerte «KI-Nachhaltigkeitsbehauptungen» gezielt verschleiert und heruntergespielt werden, indem völlig verschiedene Technologien in einen Topf geworfen und schädliche generative KI und ältere, «herkömmliche» KI gleichgesetzt werden.
Des Weiteren zeigt der vorliegende Bericht, dass die Mehrzahl der KI-Klimaversprechen mit bemerkenswert schwachen Belegen, teilweise ganz ohne Belege auskommt. Es handelt sich dabei um eine neue Form des Greenwashings der Tech-Industrie, der dringend entgegengetreten werden muss.
Wichtigste Ergebnisse: Lockangebote und fehlende Belege
Für die vorliegende Analyse haben wir die wichtigsten Klimaversprechen unter die Lupe genommen und untersucht, a) auf welche Art von KI sie sich beziehen und b) welche Belege für die jeweiligen Behauptungen präsentiert werden. Die Analyse zeigt:
- Die meisten Behauptungen über positive Klimaauswirkungen beziehen sich auf «herkömmliche» KI, deren Umweltauswirkungen weit geringer sind als die von generativen KI-Anwendungen für Verbraucher*innen. Selbst wenn es positive Auswirkungen «herkömmlicher» KI gibt, haben sie wenig mit der massiven Zunahme des Energieverbrauchs durch generative KI zu tun.
- Behauptungen über positive Klimaauswirkungen durch herkömmliche KI basieren meist auf schwachen Belegen wie Unternehmenswebseiten, nicht auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Nur 26% der von uns untersuchten Behauptungen positiver Klimaeffekte stützen sich auf wissenschaftliche Veröffentlichungen, während 36% überhaupt keine Belege anführen.
- Autor des Berichts ist der Analyst und Kommunikationsspezialist Ketan Joshi. Er ist Experte für saubere Energie, Unternehmensverantwortung und Klima-Advocacy. ↩︎

