Stellungnahme

KI im Interesse des Gemeinwohls? Geht doch!

Die ETH Zürich, die EPFL und das Schweizerische Supercomputing-Zentrum CSCS haben ihr eigenes KI-Modell veröffentlicht: «Apertus» soll das erste gemeinwohlorientierte Schweizer Sprachmodell werden. AlgorithmWatch CH begrüsst diesen vielversprechenden Schritt hin zu einer Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, die der Gesellschaft dient.

Mit «Apertus» wollen die Forschenden dahinter ein KI-Sprachmodell zur Verfügung stellen, das nicht nur transparent ist, indem Trainingsdaten, Modellarchitektur und Gewichtung dokumentiert und offengelegt werden, sondern in dessen Entwicklung sie auch ethische Grundsätze wesentlich einbezogen haben. Die Forschenden zeigen damit auch, dass es möglich ist, Grundsätze von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vielfalt sowie ethische Prinzipien und rechtliche Anforderungen zu berücksichtigen, wenn der Wille dazu tatsächlich da ist. Damit nehmen sie viele der Forderungen von AlgorithmWatch CH auf, indem sie zu einem nachhaltigen KI-Ökosystem beitragen, das gemeinwohlorientierte Innovationen ermöglichen kann.

Angela Müller

«Wir begrüssen, dass damit ein grundlegendes KI-Modell durch öffentliche Universitäten und gemeinwohlorientierte Forschung vorangetrieben wird – und nicht in den Händen von riesigen Big-Tech-Konzernen, die damit ihre eigenen Interessen verfolgen. Damit gehen die Universitäten einen vielversprechenden Schritt – und schaffen einen Gegenentwurf zum Big-Tech-dominierten Bild von KI, das derzeit die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zieht und in das die grossen Investitionen fliessen.»

Angela Müller, Geschäftsleiterin AlgorithmWatch CH

Als Basistechnologie muss sich das neue KI-Sprachmodell nun auch im Praxistest behaupten und die hohen Erwartungen erfüllen, ohne dass dabei Abstriche bei den ethischen und rechtlichen Leitprinzipien gemacht werden müssen. Damit es sich als tatsächlichen Gegenentwurf zu den gängigen KI-Modellen etablieren kann, ist es wichtig, dass das Modell in den Händen der im öffentlichen Interesse betriebenen Forschung bleibt – und dass Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und dem öffentlichen Sektor es nutzen. Zudem ist insbesondere zu hoffen, dass das Modell sich auch als klimafreundliche Alternative zu den generativen KI-Modellen der grossen Technologiekonzerne erweist, die typischerweise mit einem grossen Verbrauch an Energie und Wasser einhergehen. Vor diesem Hintergrund müssen die Verantwortlichen auch für Transparenz zum Ressourcenverbrauch des neuen Modells sorgen und Massnahmen ergreifen und weiterentwickeln, um diesen zu reduzieren. So können sie auch in punkto Nachhaltigkeit neue Standards hinsichtlich der verantwortungsvollen Entwicklung und Nutzung von KI setzen.

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