Algorithmic Accountability Reporting Fellowship

Journalist*innen aus ganz Europa erforschen die politische Ökonomie hinter KI

Im Rahmen des Algorithmic Accountability Reporting Fellowships von AlgorithmWatch recherchieren Journalist*innen und Datenwissenschaftler*innen, wie sich der Einsatz von algorithmischen Systemen auf Menschen und die Gesellschaft auswirken kann. Das Fellowship von Oktober 2024 bis April 2025 fokussiert dabei auf die die politische Ökonomie hinter solchen Systemen.

12. März 2025

#fellows

Unsere neun aktuellen Fellows arbeiten grösstenteils in Teams und kommen aus einer Vielzahl von Ländern, darunter Schweiz, Deutschland, Belgien, Rumänien, die Niederlande, Italien und Spanien. Sie recherchieren zu den Umweltkosten und lokalen Konflikten im Zusammenhang mit dem Bau von Rechenzentren, zu Praktiken der Datenextraktion, die die Persönlichkeitsrechte verletzen, zur Entwicklung und Nutzung von KI durch das Militär und zur Anwendung von KI-Tools durch rechtsextreme Gruppen und politische Akteure.

Das Algorithmic Accountability Reporting Fellowship von AlgorithmWatch dauert jeweils sechs Monate und bietet finanzielle Unterstützung, Mentor*innensitzungen mit Teammitgliedern von AlgorithmWatch und Forschenden aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, sowie die Möglichkeit, am Ende des Programms an einer renommierten europäischen Tech-Konferenz teilzunehmen.

In der aktuellen Runde des Fellowship-Programms nehmen zudem auch drei renommierte Journalist*innen aus der Schweiz teil. Sie recherchieren zum Thema KI in der nationalen Sicherheit.

Adrienne Fichter

Sie ist investigative Tech-Reporterin für das Schweizer Magazin Republik.ch und den Technologiejournalismus-Blog http://dnip.ch , den sie mitbegründet hat und als Chefredakteurin leitet. Sie berichtet über die Themen digitale Ethik, Datenschutz, Big Tech, Cybersicherheit und KI, wobei sie sich auf die Schnittstelle zwischen Demokratie und Technologie konzentriert. Sie schloss 2009 ein Masterstudium in Politikwissenschaft, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Staatsrecht an der Universität Zürich ab. Von 2012 bis 2014 arbeitete sie als Social-Media-Redaktorin bei der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen AG (heute CRIF AG) und von 2014 bis 2016 als Social-Media-Redaktionsleiterin bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Sie ist auch Autorin von «Smartphone-Demokratie.»

Marguerite Meyer

Marguerite Meyer ist freiberufliche investigative Journalistin in der Schweiz. Sie hat einen Hintergrund in Geschichte und Politikwissenschaft und arbeitet für internationale Medien zu Themen an der Schnittstelle von Politik, Finanzen, Sicherheit und Verteidigung, wie Menschenrechte und Migration. Sie hat die militärischen Verbindungen der Schweizer Drohnenindustrie, den Menschenhandel und finanzielle Schlupflöcher untersucht. Marguerite ist Vorstandsmitglied des Vereins Surprise, der das gleichnamige Strassenmagazin https://surprise.ngo/ herausgibt. Zudem ist sie Mitglied des Medienvielfalts-Netzwerk NCHM* und Teammitglied des Vereins FOIA und Stipendiatin des Europäischen Programms für kollaborativen Journalismus 2024. Ihr Motto lautet: Menschen sind wichtig. Während ihres AlgorithmWatch-Fellowship wird Marguerite den militärisch-industriellen KI-Komplex der Schweiz untersuchen.

Balz Oertli

Er ist Journalist beim WAV Recherchekollektiv in Zürich, Schweiz. Zuvor arbeitete er für das Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Er befasst sich mit der Regulierung von Big Tech in der Schweiz. Er stellt regelmässig Gesuche um Einsicht auf allen Verwaltungsebenen und leitet das mehrjährige Projekt das Geld+die Politik zur finanziellen Transparenz in der Schweizer Politik.

Raluca Besliu

Sie ist unabhängige rumänische Journalistin, die in Westafrika, Deutschland und den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet hat. Sie hat mehr als 600 Artikel zu Themen veröffentlicht, die von ökologischen und politischen Fragen in Osteuropa bis hin zu Menschenrechtsverletzungen in afrikanischen Ländern reichen, und wurde in angesehenen Publikationen wie der New York Times und Euronews vorgestellt. Im Jahr 2024 arbeitete sie an einer Recherche über den Einsatz synthetischer Medien im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament. Die Recherche, die in einer zweiteiligen Serie in Il Manifesto veröffentlicht wurde, zeigte die psychologischen und sozialen Auswirkungen von Deepfakes, insbesondere auf Politikerinnen. Sie trug auch dazu bei, den KI-bezogenen Wissensaustausch und die Entwicklung von Fähigkeiten innerhalb der journalistischen Gemeinschaft des Bosch Alumni Network (BAN) zu fördern, einer von der Bosch-Stiftung unterstützten Gemeinschaft von Social Changemakers.

Laura Galaup

Sie ist Reporterin mit Erfahrung im investigativen, politischen und sozialen Journalismus. Ihre Artikel wurden mit dem Madrid Press Association Award ausgezeichnet und für den Gabriel García Márquez Award nominiert. Als Fellow des 2024 Disarming Disinformation Programms des International Center for Journalists recherchierte sie über einen prominenten rechtsextremen Desinformations-Agitator in Spanien. Nach einem Jahr in New York lebt sie derzeit in Madrid und arbeitet für elDiario.es. Ausserdem berichtet sie für Medien wie Univision, Cadena Ser und La Marea. Während ihres Fellowships wird Laura untersuchen, wie rechtsextreme Organisationen KI nutzen, um Verschwörungstheorien und Hassreden zu verbreiten.

Aniket Narawad

Er ist unabhängiger (Daten-)Journalist mit Sitz in Berlin und Brüssel. Er hat sich auf die Überschneidung von Technologieregulierung und die Umweltauswirkungen von neuen Technologien spezialisiert. Er hat einen Ingenieurabschluss vom Indian Institute of Technology Bombay und einen Master of Public Policy von der Hertie School of Governance in Berlin. Aniket hat für führende Nachrichtenredaktionen wie Politico Europe, MLex Market Insight und die deutsche Nachrichtenagentur DPA gearbeitet. Seine Arbeiten wurden unter anderem bei Al Jazeera, Thomson Reuters Context und Clean Energy Wire veröffentlicht. Vor seiner journalistischen Laufbahn arbeitete er als Datenanalyst im öffentlichen Sektor Indiens. Während seines Fellowships wird Aniket zu Nachhaltigkeitsfragen im Zusammenhang mit Rechenzentren in Deutschland und Europa recherchieren.

Anna Toniolo

Sie ist italienische freiberufliche Journalistin und Mitglied des FADA-Kollektivs. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Ungleichheiten, Genderfragen und Klimakonflikte. Sie analysiert, wie sich die Online-Sphäre auf Individuen und Gemeinschaften auswirkt. Ihre Artikel wurden in italienischen und internationalen Medien veröffentlicht, darunter L'Espresso, LifeGate, Green European Journal, The Daily Dot, EUobserver, The New Arab und andere. Sie ist Autorin und Moderatorin von „Veramente“, einem wöchentlichen Podcast, der den Zusammenhang zwischen aktuellen Ereignissen und Desinformation erforscht, und war die Stimme mehrerer Folgen von «News from Planet Earth», einem von LifeGate produzierten Podcast zu aktuellen Themen. Ihre Arbeit wurde von Journalismfund Europe unterstützt.

Seit dem Start des AlgorithmWatch Fellowship-Programms im Jahr 2022 wurden 17 Researcher*innen aus verschiedenen Disziplinen bei Untersuchungen der sozialen Auswirkungen von Automatisierung unterstützt. Mit dem Aufschwung von generativer KI ist es dringender denn je, die Grundlagen grosser KI-Modelle und die Rechtsverletzungen, die entlang ihrer Produktions- und Lieferketten auftreten, zu hinterfragen.

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