Drei spannende Veröffentlichungen zu aktuellen Themen

In den letzten Wochen hat sich einiges getan. Unsere Kolleg*innen von AlgorithmWatch.org haben gleich drei interessante Publikationen veröffentlicht, die auch für uns höchst relevant sind. Es geht nämlich um nachhaltige KI, um diskriminierende Algorithmen und um die Macht grosser Online-Plattformen.

SustAIn-Magazin: Über nachhaltige KI

Heisslaufende Rechenzentren, horrende CO2 Emissionen von grossen Sprachmodellen, Diskriminierung und Ausbeutung natürlicher, sowie sozialer Ressourcen: Bei diesen Meldungen bekommt man den Eindruck, Künstliche Intelligenz würde den Planeten weiter anheizen. Die Debatte über die Nachhaltigkeit von KI ist bisher aber noch sehr theoretisch und ungenau. Doch inmitten der Klimakrise, bei der es alles zu verlieren gibt, müssen wir genauer, differenzierter und faktenbasierter diskutieren. Denn es gibt Wege und Möglichkeiten KI nachhaltiger zu gestalten, ihren Ressourcenverbrauch zu minimieren, Betroffene in der Entwicklung mitzudenken und menschliche Autonomie aufrechtzuerhalten.

Im Rahmen des Projekts SustAIn, geleitet von unserer Kollegin Anne Mollen, haben wir nun einen wichtigen Beitrag zum Thema publiziert: In der ersten Ausgabe des SustAIn-Magazins geht es um Nachhaltigkeit im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Das Magazin enthält Interviews mit Expert*innen und gibt Einblicke in Praxisbeispiele, die wirkliche Veränderungen bringen. Dabei werden ökologische Fragen genauso angesprochen, wie auch die wirtschaftliche und soziale Dimension im Umgang mit Algorithmen. Denn die einzige KI, die es zu entwickeln lohnt, ist eine, die die planetaren Grenzen respektiert, nicht noch problematische ökonomische Dynamiken verstärkt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht gefährdet. Ein Blick in die neueste Veröffentlichung lohnt sich also!

Lesen Sie jetzt die erste Ausgabe des SustAIn-Magazins:

AutoCheck: Ein Ratgeber gegen diskriminierende Algorithmen

Womöglich täglich werden Menschen durch algorithmische Systeme diskriminiert, ohne es zu wissen. Eine neue Handreichung hilft dabei, Fälle zu erkennen und zu bekämpfen. Dabei legt die Veröffentlichung unserer Kollegin Jessica Wulf auch Lücken in der deutschen Gesetzeslage offen.

Mit Schaubildern und Anleitungen führt der neue Ratgeber von AutoCheck Beratungsstellen und Betroffene ins Thema ein und hilft, bei Verdachtsfällen aktiv zu werden. Denn ein grosses Problem bei dieser Form der Diskriminierung ist weiterhin, dass sie so schwer zu erkennen ist, obwohl womöglich sehr viele Menschen davon betroffen sind.

Die Publikation gibt Antwort auf die wichtigsten Fragen: Was sind automatisierte Entscheidungssysteme? Wie kommt es zur Diskriminierung? Wie kann ich diese Form der Diskriminierung erkennen und was kann dagegen getan werden? Sie zeigt Fallbeispiele auf und bietet konkrete Hilfestellung mit Hinweisen, Checklisten, Quellen und Kontaktinformationen zu Anlaufstellen. Kurzum, eine spannende Perspektive auf ein höchst aktuelles Problem.

Lesen Sie jetzt den AutoCheck-Ratgeber:

Policy Brief: Die Macht der Online-Plattformen

Es wird immer wieder diskutiert, ob grosse Online-Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter Wahlen beeinflussen, Desinformationen verbreiten oder die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gefährden. Antworten auf solche Fragen sind nicht leicht zu finden. Denn die Plattformen gewähren kaum Einblicke, nach welchen Kriterien sie Inhalte personalisiert anzeigen, welche Inhalte sie löschen und wie sie mit Beschwerden umgehen. 

In diesem Policy Brief des Digital Autonomy Hub argumentieren argumentieren wir, dass Forschung, die im öffentlichen Interesse Online-Plattformen analysiert, durch einen umfassenden Zugang zu Plattformdaten gestärkt werden muss. Nur so lassen sich Online-Plattformen zur Rechenschaft ziehen. Der neue Digital Services Act (DSA) der EU macht in dieser Hinsicht einen grossen Schritt nach vorne. Wir skizzieren, wie der DSA für eine evidenzbasierte Plattformregulierung sorgen und die digitale Selbstbestimmung von Nutzer*innen stärken kann.

Lesen Sie jetzt den Policy Brief des Digital Autonomy Hub: